Samstag, 2. Januar 2010

Reaktionen auf meinen geplanten Twitter-Ausstieg


Ich bin sprachlos. Niemals hätte ich erwartet, dass dieser Tweet 











  1. tweet_addiction Ich werde das Twittern einstellen. Es raubt zu viel an Zeit, ist unproduktiv und zerstört - die bei mir nicht existenten - Freundschaften. from Vodafone Update










  2. this quote was generated by twtQuote

von mir solch ein Echo bei meinen Followern ausgelöst hätte. Innerhalb der ersten Minuten nach Absetzen des Tweets hatte ich mehr als ein Dutzend Reaktionen. Und so sollte es den ganzen Montag lang andauern.



Da ich meine Motive und Gedanken nicht in 140 Zeichen fassen kann und will, verfasste ich einen Blogeintrag zu dem Thema, der hier nachzulesen ist.


Einige hundert Tweets später bin ich schlauer und reflektierter in bezug auf das Thema "Twitter-Ausstieg". Unabhängig davon, dass ich weiterhin süchtig bin, habe ich gemerkt, wie viel mir meine Follower bedeuten und wie hilfreich twitter für mich ist.

Daher drehe ich jetzt den Spieß um und werde ich mir die Fragen, die ich in dem o.g. Blog-Beitrag gestellt habe, beantworten.
  • Wieso mache ich das eigentlich? Wieso nerve ich meine Umwelt mit 140 Zeichen langen Sätzen, in denen ich mehr oder weniger sinnfreie Inhalte zum Besten gebe?
    Weil ich es kann und weil es mir Spaß macht. Jeder meiner Follower kann frei entscheiden, ob er meine Tweets lesen will oder es sein lässt.

  • Warum ziehe ich meinen Stolz aus einer bestimmten Anzahl an Followern, die sich im hohen dreistelligen Bereich bewegt?
    Das ist eine persönliche Frage, deren Beantwortung noch aussteht. Wahrscheinlich ist es eine Kompensation meiner Komplexe in anderen Bereichen ;-)

  • Wieso geht mir einer dabei ab, wenn ich mich auf 28 Listen in twitter wiederfinde?
    Siehe Frage zwei.

  • Warum gehe ich das Risiko ein, mein Privatleben auf's Spiel zu setzen, weil ich schon wieder einen tweet absetzen "musste" und meine Angehörigen nur noch genervt sind?
    An diesem Punkt muss ich definitiv arbeiten. Ich versuche, mich entsprechend zu drosseln und bspw. beim gemeinsamen Fernsehgucken nichts zu twittern.

  • Warum quäle ich mein Umfeld mit verwackelten, unscharfen twitpics oder moby pictures, auf denen man Banalitäten aus meinem langweiligen Leben sieht?
    Auch hier gilt meine erste Antwort: weil ich es kann! Und wer sich das nicht anschauen möchte, lässt es einfach sein.

  • Wer schaut sich diese Fotos von Kaffeetassen, Hähnchenbuden, Notebooks, Staus auf Autobahnen, einfahrenden S-Bahnen, Aquarien-Schnappschüssen, Landschaften, Geocaching-Verstecken und ähnlichem denn an?
    Das können nur die Follower beantworten, die sich die Fotos anschauen. Auch hier gilt das Gebot der Freiwilligkeit: alles kann, nichts muss.

  • Wieviel Zeit könnte ich sparen, wenn ich twitter twitter sein lasse?
    Verdammt viel Zeit. Allerdings verliere ich dadurch auch einiges: Informationen, Spaß und weitere Erfahrungen, die ich sonst nicht machen würde.

  • Wie fühlt sich ein "cold turkey" auf twitter an?
    Diese Erfahrung muss jeder selbst machen, Mir reicht das "Phantom-Vibrieren" meines BlackBerries oder Handies, wenn ich die Straße entlang gehe.

  • Wieviel Freiräume kann ich nutzen, wenn ich nicht mehr nervös auf den BlackBerry oder das Nokia Smartphone schaue?
    Einige Freiräume. Aber bin ich wirklich bereit, twitter einzutauschen? Ein Ansatz kann TdH sein, das mir per twitter empfohlen wurde. Damit ist "twitter die Hälfte" gemeint. Mal schauen, ob das ein Weg für mich sein kann.

Kommentare:

andi1984 hat gesagt…

Twitter ganz den Rücken zu kehren erachte ich als falschen Schritt. Aber was mich nachdenklich machst, dass du schreibst du seiest süchtig, wenn ich das richtig verstanden habe.

Dagegen solltest du auf jeden Fall etwas unternehmen!

Wegelagerer hat gesagt…

Na komm, aus meiner Sicht halte ich Deine Zweifel/Bedenken für übertrieben. Ich twittere relativ häufig und seitdem meine Frau ebenfalls ein iPhone ihr Eigen nennt, setzt auch sie des öfteren mal einen Tweet ab. Insofern gesehen ergeben sich da keine Konflikte. ;) Ich sehe das Ganze als einen _Teil_ des Hobbies "Internet" und bei Hobbies stelle ich mir absolut nicht die Frage, wieviel Zeit ich sparen könnte, wenn ich auf sie verzichten würde. Sonst müssten sich auch Briefmarkensammler, Modellbauer oder Zinnsoldaten-Fans die Sinnfrage stellen.
Sicherlich muss man nicht über jeden Pups twittern, aber wie Du richtig sagst: Man muss es ja nicht lesen. ;) Gleichwohl überlege ich durchaus, ob ich den einen oder anderen Tweet wirklich rauslassen sollte. Sei es drum; nach den Erfahrungen dieses einen (ersten) Twitter-Jahres kann ich sagen: Ich mag das Medium. Es ist direkt, schnell, informativ und unkompliziert, was auch dazu geführt hat, dass es für mich wohl das Bloggen weitestgehend ersetzt hat.
Wie bei (fast) Allem gilt: Nicht übertreiben. ;)

In dem Sinne grüßt
Michael (aka Eigentor)

Frederike hat gesagt…

hab ich gar nicht mitbekommen, den tweet-wahrscheinlich hab ich dich da noch ned gefollowed und außerdem bin ich ja ein saison-twitterer der übelsten sorte-weil ich mich nicht von meinem sony ericson k800i trennen mag ;-)

also tdh ist denk ich n guter weg, ich staune doch manchmal WIEviel du schreibst- ich denke, das ist ähnlich wie mit facebook, studivz usw., man muss da seinen eigenen weg finden, wieviel man von sich preis geben will. Ich verkneife mir auch ab und an einen tweet, weil ich denke, dass ich mich nicht so 'gläsern' machen muss.

aber ganz aussteigen-nö! dafür bist du viel zu tief drin ;-) würden dich halt alle vermissen hier, ne!

Frederike hat gesagt…

grmbl-schon wieder die hälfte vergessen!!
wie kann twitter freundschaften zerstören, die nicht existieren? ich wüsste da eher ein gegenteiliges beispiel!

eliterator hat gesagt…

Wenn du wirklich glaubst, du seiest süchtig, dann solltest du das Twittern echt lassen, da gehe ich mit andi1984 d'accord, ansonsten gilt, wenn es dir weiterhin spaß macht und dir die meinungen deiner follower wichtig sind, dann twitter ruhig weiter, würde ich sagen..

ol_sen hat gesagt…

Ich bin auch Twitter-süchtig. Ja und? Ich ziehe aber auch viele und schnelle Infos aus Twitter. Lerne nette Leute (virtuell und real) kennen. Twitter bietet mir einen Mehrwert in meinem virtuellem Leben.

Twitter macht Spass. So ist das einfach.
Und ich folge Dir: aus vielen Gründen. Weil ich es kann. Zum Beispiel. Weil Du nette Pics postest. Und ich kann Dich überlesen, wenn ich will.

Mal so gesagt, solltest Du komplett aufhören, würde meiner Timeline was fehlen. Weniger, okay.
Das mache ich auch mal. Mal einen halben oder ganzen Tag off, bzw. mal nichts schreiben.

Reduzier doch zu erst einmal Deinen Twitter-Konsum. Und: Die meisten, die Twitter den Rücken gekehrt haben, waren doch bald wieder zurück. Das ist beim Twittern wie beim Chatten. Man kann es nicht lassen, wenn es einen erst einmal gepackt hat.

 
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